Es sind turbulente Tage für alle, die in der Metropolregion Nürnberg, Fürth und Erlangen ihr Eigenheim energetisch fit machen wollen. Die Bundesregierung hat quasi über Nacht weitreichende Reformen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beschlossen. Wer jetzt eine Dachsanierung plant oder die alte Heizung tauschen möchte, steht vor vollendeten Tatsachen: Seit dem 9. Juli und noch bis einschließlich Montag, den 20. Juli 2026, gilt ein absoluter Antragsstopp bei KfW und BAFA.

In diesem Zeitraum können keine neuen Förderanträge gestellt oder technische Projektbeschreibungen (TPB) eingereicht werden. Ab dem 21. Juli 2026 öffnet das Portal wieder – allerdings zu völlig neuen, in vielen Bereichen spürbar gekürzten Konditionen.

Als Ihre regionalen Experten der amcad Energieberatung bringen wir Licht ins Dunkel. Die wichtigste Botschaft vorab: Die staatlichen Förderungen bleiben grundsätzlich bestehen! Doch während die Zuschüsse für die meisten Eigentümer schrumpfen, gibt es eine Gruppe, die künftig sogar von noch höheren Fördersätzen profitiert.

Die Kernbotschaft: Wer verliert, wer gewinnt ab dem 21. Juli?

Das Sparpaket der Bundesregierung trifft die Energiewende im Gebäudesektor spürbar. Ziel ist es, bis 2030 über zwei Milliarden Euro im Haushalt einzusparen. Das bedeutet im Klartext: Das Gießkannenprinzip ist vorbei, die Fördergelder werden deutlich zielgerichteter verteilt.

1. Die Kürzungen: Warum Sanieren für die Mehrheit teurer wird

Für den Großteil der Eigenheimbesitzer mit mittleren und höheren Einkommen sinkt die staatliche Unterstützung ab dem 21. Juli schrittweise:

  • Absenkung der förderfähigen Kosten: Bei der Heizungsförderung sinkt die maximale Summe der anrechenbaren Kosten sofort von 30.000 Euro auf 28.000 Euro. Zudem schrumpft dieser Deckel nun automatisch alle sechs Monate um weitere 750 Euro.

  • Klimageschwindigkeits-Bonus sinkt: Wer seine fossile Heizung zügig austauscht, erhielt bislang einen hohen Bonus. Dieser wird nun halbiert (auf 16 %-Punkte zum Neustart) und schmilzt in den kommenden Monaten komplett ab.

  • Härtere Regeln für den iSFP-Bonus: Der beliebte Bonus von 5 % für Einzelmaßnahmen (wie Fenster oder Dach) über den Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) wird an ein Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 Euro gekoppelt und greift erst ab der zweiten Maßnahme.

  • Wegfall des EE-Bonus beim Effizienzhaus: Bei systemischen Komplettsanierungen zum KfW-Effizienzhaus entfällt der zusätzliche 5%-Bonus für die Erneuerbare-Energien-Klasse, da diese nun als Standard vorausgesetzt wird. Die Tilgungszuschüsse sinken generell um 10 Prozentpunkte.

2. Die Gewinner: Massive Vorteile für Familien und geringere Einkommen

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht. Die Bundesregierung koppelt die Förderung ab dem 21. Juli viel stärker an soziale Kriterien. Wer die neuen Einkommensgrenzen unterschreitet, erhält künftig saftige Zuschüsse:

  • Gestaffelter Einkommensbonus: Selbstnutzende Eigentümer erhalten bis zu einem Haushaltsjahreseinkommen von 30.000 Euro einen Bonus von 40 Prozent. Bis 40.000 Euro Einkommen gibt es 30 Prozent und bis 50.000 Euro immerhin noch 10 Prozent extra.
  • Der neue Kinderbonus: Familien werden massiv entlastet. Pro Kind im Haushalt verschieben sich die Einkommensgrenzen für die Boni um jeweils 10.000 Euro nach oben. Eine Familie mit Kindern erreicht den maximalen Fördersatz somit viel leichter.

  • Höhere Maximalsätze: Durch die geschickte Kombination der neuen Sozial- und Klimaboni ist in der Spitze ein maximaler Fördersatz von bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten möglich – ein historischer Höchstwert für einkommensstärkere Familien.

Was gilt in der Übergangsphase bis zum 21. Juli?

Da die technischen Systeme von KfW und BAFA aktuell umgestellt werden, können bis zum 20. Juli keinerlei Anträge final übermittelt werden.

Wichtig für laufende Projekte: Haben Sie von uns als Ihren Energieeffizienz-Experten bereits eine gültige technische Projektbeschreibung (TPB-ID) aus der Zeit vor dem 9. Juli vorliegen? Dann haben Sie Glück: Sie können Ihren Antrag ab dem 21. Juli im Übergangsfenster noch zu den alten, oft besseren Konditionen einreichen. Wer jedoch ab dem 21. Juli komplett neu plant, muss zwingend eine neue ID generieren und fällt unter die neuen Richtlinien.

Warum eine unabhängige Energieberatung in Franken jetzt unverzichtbar ist

Die Zeiten, in denen man Förderanträge „mal eben schnell“ nebenbei ausfüllen konnte, sind mit dieser Reform endgültig vorbei. Die Förderlandschaft ist im Sommer 2026 hochgradig mathematisch und individuell geworden. Ein falsches Kreuz bei den Einkommensdaten oder die Missachtung der neuen Mindestsummen beim iSFP-Bonus können Sie im schlimmsten Fall tausende Euro kosten.

Als Ihr regionaler Partner vor Ort in Erlangen, Nürnberg und Fürth behalten wir für Sie den Kopf oben. Wir prüfen exakt:

  • Welcher Förderweg bringt Ihnen am meisten Rendite? Lohnt sich der neue, einkommensabhängige KfW-Zuschuss? Oder fahren Sie mit der steuerlichen Abschreibung nach § 35c EStG (20 % direkt von der Steuerschuld absetzen) im Nachgang besser?
  • Wie optimieren wir die Hüllensanierung? Wir passen Ihren Individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) so an, dass Sie die neuen Mindestgrenzen für den Bonus punktgenau erreichen und kein Geld verschenken.

  • Hersteller-Check bei Heizungen: Die Richtlinien fordern strengere Kriterien an die Effizienz. Wir gleichen die Angebote Ihrer Handwerker aus der Region mit den neuen Förderlisten ab, damit die Bewilligung garantiert erteilt wird.

Fazit: Keine Panik, sondern strukturiert planen!

Der plötzliche Förderstopp sorgt verständlicherweise für Unruhe auf den Baustellen in Franken. Doch der Stopp ist temporär. Nutzen Sie die Tage bis zur Wiederöffnung der Portale am 21. Juli, um Ihr Projekt gemeinsam mit uns strategisch sauber vorzubereiten.

Sind Sie unsicher, was die neuen Förderkürzungen oder der Kinderbonus für Ihr Haus bedeuten? Kontaktieren Sie das Team der AMCAD Energieberatung noch heute für eine telefonische oder persönliche Erstberatung. Wir machen den Förder-Check für Sie!

Ihr Team der amcad Energieberatung – Unabhängige Experten für Erlangen, Nürnberg & Fürth.

Über den Autor

Johanna Hofmann

Johanna Hofmann ist Master of Engineering im Umweltingenieurwesen und arbeitet als unabhängige Energieeffizienzexpertin und Energieberaterin. Mit ihrer Spezialisierung auf die Energieberatung für Wohngebäude sowie für Baudenkmale verbindet sie technisches Fachwissen mit einem besonderen Gespür für den Erhalt historischer Bausubstanz. Als zertifizierte Energieeffizienz-Expertin für Wohngebäude und Energieberaterin für Baudenkmale unterstützt sie Eigentümer:innen dabei, nachhaltige und zugleich denkmalgerechte Lösungen umzusetzen. Mit ihrer Expertise ergänzt sie seit 2022 das Team der amcad Energieberatung und trägt dazu bei, zukunftsorientierte Sanierungskonzepte individuell und praxisnah zu gestalten.