Seit Juli 2025 gelten in Deutschland neue gesetzliche Vorgaben im Energieeffizienzgesetz (EnEfG), die insbesondere für große Unternehmen relevant sind – aber auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Chancen bieten. In Bayern, von Nürnberg über Erlangen bis Bamberg, rückt die Energieeffizienz zunehmend in den Fokus, denn ein freiwilliges Energieaudit kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch Förderungen sichern.

Neueste gesetzliche Anforderungen 2025

Das EnEfG ergänzt das bestehende Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) und legt fest:

  • Pflicht für große Unternehmen: Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitenden oder einem Umsatz über 50 Mio. € und einer Bilanzsumme über 43 Mio. € müssen alle 4 Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchführen.
  • Einführung eines Energiemanagementsystems: Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 7,5 GWh müssen zusätzlich ein Energie- oder Umweltmanagementsystem (EnMS, EMAS) implementieren.
  • Umsetzung und Veröffentlichung: Betriebe mit einem Verbrauch zwischen 2,5 und 7,5 GWh sind verpflichtet, identifizierte Einsparmaßnahmen umzusetzen und zu veröffentlichen.
  • KMU: Kleine und mittlere Unternehmen sind von der Pflicht befreit, können aber BAFA-geförderte freiwillige Energieaudits nutzen.

Tipp für KMU in Bayern: Auch ohne Pflicht kann ein Energieaudit langfristige Einsparungen, Fördermittel und Wettbewerbsvorteile bringen.

Praktische Neuerungen für Unternehmen

Die gesetzliche Konkretisierung bringt auch praktische Änderungen mit sich:

  • Definition des Unternehmens: Maßgeblich ist die kleinste rechtlich selbständige Einheit, inklusive aller unselbstständigen Standorte, Filialen und Zweigniederlassungen.
  • Neue Anforderungen für Experten: Seit dem 28. Februar 2025 gelten zusätzliche Qualifikationen und Fortbildungen für die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste, besonders für bestimmte Förderprogramme.
  • Online-Meldung an das BAFA: Die Meldung des Audits muss innerhalb von zwei Monaten erfolgen – eine Pflicht, die unverändert bleibt.

Energieaudit nach DIN EN 16247-1: Strukturierter Prozess

Das Energieaudit nach DIN EN 16247-1 ist ein standardisiertes Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz. Es umfasst fünf zentrale Phasen:

  • Einleitungsphase: Definition von Zielen und Umfang des Audits.
  • Erfassung des Energieeinsatzes: Analyse von Gebäuden, Anlagen und Prozessen.

  • Verbrauchsanalyse: Identifikation von Energieflüssen und Einsparpotenzialen.
  • Maßnahmenentwicklung: Konkrete Empfehlungen zur Effizienzsteigerung.
  • Bericht und Handlungsempfehlungen: Dokumentation und Priorisierung der Maßnahmen.

Das Ziel: Energieeinsparungen identifizieren und umsetzen, gesetzliche Anforderungen erfüllen und Fördervorteile sichern.

DIN EN 16247-1: Neuerungen gegenüber der alten Norm

Die DIN EN 16247-1 von 2012 brachte europaweit einheitliche Standards für Energieaudits und löste ältere nationale Regelwerke wie die VDI 4602 ab.

  • Allgemeine Anforderungen: Mindeststandards für Auditoren, Dokumentation, Datenerfassung und Verbrauchsanalyse.
  • Spezifische Gliederung: Fünf Teile – Gebäude, Prozesse, Transport, Auditorenkompetenz – ergänzen die allgemeinen Anforderungen.
  • Unternehmenstypen: Fokus auf KMU, Orientierung für Großunternehmen vor Einführung des EDL-G 2015.
  • Keine Managementsystem-Zertifizierung: Anders als ISO 50001 wird kein vollwertiges Energiemanagementsystem zertifiziert, sondern ein strukturiertes Auditverfahren angewendet.

Das Ziel: Energieeinsparungen identifizieren und umsetzen, gesetzliche Anforderungen erfüllen und Fördervorteile sichern.

Ziel der DIN EN 16247-1

  • Einheitliche Mindeststandards schaffen.
  • Prozesse zur Identifikation von Energieeinsparmaßnahmen strukturieren und nachvollziehbar machen.
  • Qualität und Vergleichbarkeit von Energieaudits europaweit sicherstellen.

Warum KMU jetzt handeln sollten

Auch wenn KMU nicht gesetzlich verpflichtet sind, lohnt sich ein freiwilliges Energieaudit in Bayern:

  • Kosten sparen durch identifizierte Einsparmaßnahmen
  • BAFA-Förderungen nutzen für freiwillige Audits
  • Wettbewerbsvorteile sichern durch nachhaltiges Wirtschaften
  • Transparenz und Planungssicherheit für Investitionen

Für mittelständische Unternehmen bietet ein Energieaudit nicht nur gesetzliche Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Vorteile und eine Chance, nachhaltig zu wachsen.

✅ amcad energieberatung unterstützt KMU und große Unternehmen in ganz Bayern, Bad Nauheim und Bonn bei der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, bei Energieaudits nach DIN EN 16247-1 und der BAFA-Fördermittelberatung. Wir helfen Ihnen, gesetzeskonform, effizient und zukunftssicher zu arbeiten.

Über den Autor

Matthias Bertholdt

Matthias Bertholdt ist geschäftsführender Gesellschafter der amcad Energieberatung und staatlich geprüfter Techniker. Als unabhängiger Energieeffizienzexperte und zertifizierter Energieauditor begleitet er Unternehmen und Privatkunden bei der Umsetzung nachhaltiger Energiestrategien. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Energieberatung für Wohngebäude sowie für Baudenkmale, wo er seine langjährige Fachkompetenz mit einem hohen Qualitätsanspruch verbindet. Seit der Gründung von amcad im Jahr 2012 steht Matthias Bertholdt für praxisnahe Lösungen, die sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch ökologisch nachhaltig sind.